ClimRisk
Interreg-Projekt zur Anpassung an den Klimawandel
Das Land Steiermark freut sich über die Genehmigung des Interreg-Projekts ClimRisk im Rahmen des Programms Interreg VI-A Slovenia-Austria. Das Vorhaben „Partnerschafts- und Maßnahmenentwicklung zum Klimawandel-Risikomanagement in grenznahen Regionen mit besonderem Fokus auf vulnerable Gruppen" startete im Jänner 2026 und läuft über 36 Monate. Damit zählt die Steiermark zu den ausgewählten Partnern dieses grenzüberschreitenden Projekts, das ein gemeinsames Naturgefahren- und Klimarisikomanagement entwickelt, erprobt und langfristig etabliert, mit besonderem Schwerpunkt auf den Schutz vulnerabler Gruppen in der Süd- und Südoststeiermark sowie den angrenzenden slowenischen Regionen Pomurje und Podravje.
Fokusregionen des Projekts
ClimRisk konzentriert sich auf die besonders vulnerablen Grenzregionen zwischen der Steiermark und Slowenien. In der Steiermark sind dies vor allem der Südosten mit Pilotgemeinden wie Bad Radkersburg, Lebring/St. Margarethen und Gabersdorf. Auf slowenischer Seite umfasst das Projektgebiet die Regionen Spodnje Podravje (z. B. Ptuj, Gornja Radgona), Pomurje (z. B. Cankova) und Podravje. Zusätzlich werden 20 Umsetzungsgemeinden (je 10 pro Land) akquiriert, um die Methoden breit zu validieren. Diese Regionen sind zunehmend von klimabedingten Extremereignissen wie Starkregen, Überschwemmungen, Dürreperioden, Hitzewellen und gravitativen Massenbewegungen betroffen, die besonders vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Personen mit Behinderungen, chronisch Kranke oder sozial benachteiligte Gemeinschaften gefährden.
Das übergeordnete Ziel ist die nachhaltige Erhöhung der Resilienz steirischer und slowenischer Gemeinden gegenüber klimabedingten Naturgefahren, mit einem klaren Fokus auf den Schutz vulnerabler Gruppen. Kernleistungen umfassen Klimarisiko- und Vulnerabilitätsanalysen, die Erstellung von Risikokarten, die Entwicklung eines standardisierten „Naturgefahrenchecks für vulnerable Gruppen" inklusive Leitfäden, Pilotmaßnahmen in sechs Gemeinden sowie die Validierung in 20 weiteren. Ergänzt werden diese durch ein Konzept für inklusiven Katastrophenschutz mit Mehrebenenwarnsystem, grenzüberschreitende Workshops, Übungen und den Aufbau eines Netzwerks aus Partnern, Gemeinden und Stakeholdern. Die Zielgruppen - von Gemeinden über Einsatzorganisationen bis hin zu vulnerablen Gruppen - profitieren direkt von konkreten Analysen, Maßnahmenplänen und verbesserten Schutzstrategien.
Lead Partner ist die Energieagentur Steiermark gGmbH (EASt), die das Projekt koordiniert und für Management, Methodenweiterentwicklung und Visualisierungen verantwortlich ist. Weitere österreichische Partner sind GeoSphere Austria (wissenschaftliche Analysen und Klimadaten) sowie das Land Steiermark. Slowenische Partner umfassen die Lokalna energetska agentura Spodnje Podravje (LEASP), ENERGAP (Energie- und Klimaagentur Podravje) und die Lokalna energetska agencija za Pomurje (LEAPO). Ergänzt wird das Konsortium durch Werkverträge mit einem Hydrologie-Experten und dem Österreichischen Behindertenrat für inklusive Expertise. Die enge Zusammenarbeit nutzt komplementäre Stärken: österreichische Erfahrung in Naturgefahrenchecks und slowenisches Know-how in regionalen Klimastrategien.
Als Projektpartner leitet das Referat Klimaschutzkoordination der Abteilung 15 Energie Wohnbau Technik, Amt der Steiermärkischen Landesregierung das Arbeitspaket „Implementierung der Methode". Es bringt umfangreiche Expertise aus über 120 bisherigen „Vorsorgechecks Naturgefahren im Klimawandel" ein und übernimmt die Weiterentwicklung der Methode mit Fokus auf vulnerable Gruppen. Zu den Hauptaufgaben zählen die Leitung Arbeitspaketaktivitäten, die Durchführung von Naturgefahrenchecks in Pilot- und Umsetzungsgemeinden (inkl. Berichte und Aktionspläne), die Koordination der Maßnahmenumsetzung, die Einbindung von Katastrophenschutz-Expertise sowie die Entwicklung eines inklusiven Katastrophenschutzkonzepts mit Mehrebenenwarnsystem. Das Land Steiermark sorgt zudem für Akquise von Umsetzungsgemeinden, Wissenstransfer an slowenische Partner und strategische Dissemination auf Landesebene.





