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Augenreizungen durch Branntkalk

Unzureichende Schutzbekleidung bei Aufräumarbeiten

LKW-Unfall mit Ladung Branntkalk © Lischnig
LKW-Unfall mit Ladung Branntkalk
© Lischnig
 

Im Zuge eines Verkehrsunfalles kam ein mit Branntkalk beladener LKW auf dem Dach zu liegen. Der Chemiealarmdienst wurde bei diesem Unfall vor Ort nicht benötigt, da der Treibstofftank nicht beschädigt wurde und der nur in geringen Mengen ausgetretene Dieseltreibstoff von der Feuerwehr aufgefangen werden konnte.

Im Verlauf der Aufräumungsarbeiten klagten Feuerwehrleute bzw.  Arbeiter über starke Haut-, Schleimhaut- bzw. Augenreizungen.  Auf Grund der starken Reizung mussten bei zwei Arbeitern die Augengespült werden.

 

Verwendung, Eigenschaften und Gefahren von Brantkalk

Branntkalk wird vor allem in der Bauindustrie als Beimischung zu Mörtel verwendet. Weitere Einsatzbereiche sind die Rauchgasentschwefelung, die Herstellung von Düngekalk, Kalkmörtel, Kalkputz und Kalkfarbe sowie die Nutzung als Neutralisationsmittel, etc. In der Landwirtschaft wird Branntkalk zur Lockerung und Strukturverbesserung lehmiger, toniger Böden sowie zur Desinfektion im Stall und in der Teichwirtschaft eingesetzt.

Branntkalk (Calciumoxid - CaO, auch gebrannter Kalk, ungelöschter Kalk oder Ätzkalk) ist ein weißes Pulver, das mit Wasser unter starker Wärmeentwicklung reagiert. Dabei entsteht Calciumhydroxid (gelöschter Kalk).
CaO + H2O --> Ca(OH)2     
Branntkalk ist stark ätzend und verursacht aufgrund der mit Feuchtigkeit erfolgenden Bildung von Calciumhydroxid auf Haut und Schleimhäuten starke Reizungen der betroffenen Organe. Typische Symptome sind Husten- und Tränenreiz, Brennen der Nasen- und Rachenschleimhäute und der Haut. Besonders gefährdet sind dabei die Augen. Teilchen in den Augen können zu Hornhauttrübung und in schweren Fällen zur Erblindung führen.

Branntkalk ist reizend und für den Luftverkehr gemäß den Vereinten Nationen als Gefahrgut mit der UN-Nr. 1910 zu kennzeichnen. Für den Transport auf der Straße und mit der Bahn unterliegt Branntkalk nicht den Bestimmungen des Gefahrgutrechts (ADR bzw. RID).

Gefahren- und Sicherheitshinweise sowie eine Beschreibung der Erste-Hilfe Maßnahmen finden Sie u.a. im Externe Verknüpfung Sicherheitsdatenblatt von Branntkalk . Nach einer Kontamination mit Brantkalk - außer bei Geringfügigkeit - wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen!

 

Fazit:

  • Wie auch bei anderen Chemikalien dürfen beim Umgang mit Branntkalk - sei es im Garten, im Stall, auf der Baustelle oder wie in diesem Fall bei einem Verkehrsunfall - die gefährlichen Eigenschaften nicht außer Acht gelassen werden.
     
  • Auf Augenschutz, Atemschutz (Partikelfilter), laugenbeständige Schutzbekleidung und Handschuhe sollte auf keinen Fall verzichtet werden!
 
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