Energieraumplanung und Energieatlas
Was ist Energieraumplanung
Gemäß ÖROK (Österreichische Raumordnungskonferenz) versteht man unter Energieraumplanung jenen integralen Bestandteil der Raumplanung, der sich umfassend mit den räumlichen Dimensionen von Energieverbrauch und Energieversorgung beschäftigt. Die Energieraumplanung (ERP) ist die Herangehensweise, mit der Gemeinden Ihre Energie- und Klimazukunft nachhaltig positiv gestalten können. Das große Ziel dabei ist es, Energie zu sparen und erneuerbar zu erzeugen, Kosten zu senken und weniger CO² auszustoßen.
Dabei sind die 3 Themen Energie, Mobilität und Siedlung eng miteinander verknüpft. In kompakten und nutzungsdurchmischten Siedlungen sind viele Alltagswege kürzer. Kompakte Siedlungen können effizient mit Energie versorgt werden - „Gemeinde der kurzen Wege". In den steirischen Raumordnungsgrundsätzen und -zielen ist die Transformation der Energieversorgung und Klimaschutz in raumplanerischen Entscheidungen insofern abzuwägen, als die sparsame Verwendung von Energie und der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energieträger sowie die Klimaschutzziele berücksichtigt werden.
Im Rahmen der Örtlichen Raumplanung sind Möglichkeiten der Verdichtungen zu prüfen und zu forcieren. Diese Optimierung steht unmittelbar in Verbindung mit der Nutzung vorhandener Baulandreserven, im Sinne eines sparsamen Bodenverbrauches. Vorrangig ist die Entwicklung von Standorträumen, die mit leitungsgebundener Wärme idealerweise aus erneuerbaren Energieträgern - versorgt werden und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sind.
Umsetzung im Sachbereichs-Konzept Energie (SKE)
Die Steiermark ist eines der ersten Bundesländer in Österreich welches sich schon seit 2018 auf Örtlicher Ebene mit der Energieraumplanung intensiv beschäftigt. Neben dem Leitfaden
„Das Sachbereichskonzept Energie (SKE) - Ein Beitrag zum Örtlichen Entwicklungskonzept" stehen den Gemeinden eine umfangreiche Datensammlung betreffend Energiecharakteristik bzw. die Darstellung des Wärmebedarfes der Gemeinden und Standorträume für Fernwärme bzw. energiesparender Mobilität im GIS Steiermark (webgisPRO für Gemeinden) zur Verfügung.
Seit Juni 2022 ist die Erstellung eines SKEs im Rahmen der Erstellung eines ÖEKs gem. § 22 (8) des Steiermärkischen Raumordnungsgesetzes verpflichtend.
In der Steiermark wird seit dem Jahr 2025 der Energieatlas Steiermark für die Gemeinden ausgerollt, der ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt und jährlich aktualisiert wird bzw. einem Monitoring unterliegt. Die Inhalte des Energieatlas können als zusätzliche Datengrundlage im Rahmen der Örtlichen Raumordnung Anwendung finden. In der Vergangenheit sind rund 160 Gemeinden dem Energieatlas aktiv beigetreten. Seit Frühjahr 2026 kann der Energieatlas allen Gemeinden der Steiermark uneingeschränkt zur Verfügung gestellt werden.
Neben dem Energieatlas und dem automatisiert generierten
Energiebericht sind auch das Energiemosaik
www.energiemosaik.at und die ERPS-Datenbank (Stand 2018, Universität für Bodenkultur - IRUB) weitere mögliche Datengrundlagen für die Erstellung eines SKEs. Die kartographischen Darstellungen der Standorträume aus dem Jahr 2018 (100x100m) welche von der Universität für Bodenkultur Wien (IRUB) erstellt wurden, sollen nicht mehr genutzt werden und wurden daher aus dem GIS-Steiermark entfernt.
Energieatlas
Der Energieatlas bietet GIS-basierte Planungs- und Entscheidungsgrundlagen für die räumliche Energieplanung (Wärme Mobilität und auch Strom) in Gemeinden. Dabei werden energiebezogene Daten miteinander verschnitten und kartografisch aufbereitet. Neben Basisinformationen werden Informationen auf Gebäudeebene (Nutzung, Hüllqualität, Abmessung, Wärmeversorgung, Wärmebedarf, etc.) bereitgestellt. Erneuerbare Wärmeversorgungspotentiale und Infrastrukturen ergänzen die Planungsgrundlagen. Seit 2026 ist auch ein Modul für nachhaltige Mobilitätsangebote vorhanden.





